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Indikationen und Ablauf einer professionellen Zahnfleischbehandlung

Eine professionelle Zahnfleischbehandlung ist bei verschiedenen Zahnfleischerkrankungen medizinisch indiziert. In unserer Zahnarztpraxis Kossel in Magdeburg stellen Zahnfleischrückgang sowie entzündliche Veränderungen die häufigsten Beratungsanlässe bezüglich einer Zahnfleischbehandlung dar. Meist lassen sich eine Gingivitis (Zahnfleischentzündung) oder bei ausgeprägteren Befunden eine Parodontitis (Entzündung des Zahnhalteapparates) diagnostizieren. Letztere kann nur durch eine gründliche Parodontosebehandlung eingedämmt werden. Im Folgenden erhalten Sie detaillierte Informationen zum Ablauf einer Zahnfleischbehandlung in der Zahnarztpraxis Kossel.

gesundes Zahnfleisch nach einer Behandlung

Wann ist eine Parodontosebehandlung beim Zahnarzt notwendig?

Viele Patienten übersehen die Frühsymptome einer Entzündung des Zahnfleisches bzw. des Zahnhalteapparates oder messen diesen keine Bedeutung zu. Der Therapieerfolg einer Parodontosebehandlung hängt jedoch maßgeblich von einem frühzeitigen Beginn ab.

Gesundes Zahnfleisch:

  • ist fest und blassrosa gefärbt
  • besitzt einen dünnen Zahnfleischrand, der dem Zahn eng anliegt
  • zeigt keine Kontaktblutungen beim Zähneputzen

Ein erfahrener Zahnarzt bzw. Parodontologe sollte hinzugezogen werden, wenn eines oder mehrere der folgenden Symptome auftreten:

  • Rötung, Schwellung und ggf. Schmerzen des Zahnfleisches
  • häufiges Zahnfleischbluten
  • Zahnfleischrückgang bis hin zu freiliegenden Zahnhälsen
  • Mundgeruch
  • wandernde bzw. sich lockernde Zähne

Achtung: Während die Gingivitis meist von Schmerzen begleitet ist, verläuft eine Parodontitis häufig schmerzlos! Da die Entzündung hier bereits auf den Zahnhalteapparat übergegangen ist und somit auch Zahnzement, Zahntasche und Wurzelhaut betroffen sind, ist besondere Vorsicht geboten. Bei längerem Krankheitsverlauf ohne entsprechende Therapie droht der Zahnverlust. Zudem erhöht eine Parodontitis langfristig das Risiko für Systemerkrankungen wie Schlaganfälle oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Suchen Sie daher bei möglichen Anzeichen für eine Parodontitis zeitnah Ihren Zahnarzt in Magdeburg auf.

Prinzipien der individuellen Zahnfleischbehandlung bei Zahnfleischrückgang

Vor einer erfolgreichen Therapie steht stets eine ausführliche Diagnostik. Nur so kann der Parodontologe die Ursache Ihrer Zahnfleischprobleme zuverlässig ermitteln. Nicht immer ist ein Zahnfleischrückgang entzündlicher Natur - neben Gingivitis und Parodontitis existieren zahlreiche weitere Ursachen. Die routinemäßige Diagnostik bei Zahnfleischproblemen umfasst in der Zahnarztpraxis Kossel in Magdeburg folgende Bestandteile:

  • Ausführliche Anamnese durch den Zahnarzt
  • Genaue Inspektion des Mundraumes
  • Erhebung des Zahn- und Parodontalstatus
  • Tiefenmessung der Zahnfleischtaschen mittels Sonden (zur Bestimmung des PSI = Parodontal Screening Index)
  • ggf. Röntgenübersichtsaufnahme des Kiefers zur Beurteilung knöcherner Strukturen

Je nach erhobenen Befunden verfolgt der Parodontologe folgende Therapieansätze:

Entzündliche Ursachen: Da die Entzündungen durch eine übermäßige Ansiedlung von Bakterien in sog. Plaques bedingt sind, ist eine gründliche Zahnsanierung hier unerlässlicher Therapiebestandteil. Diese umfasst sowohl eine professionelle Zahnreinigung, ggf. in Kombination mit subgingivalem Scaling, als auch tägliche Mundhygienemaßnahmen durch den Patienten selbst. Bei schweren Krankheitsverläufen ist eine offen-chirurgische oder eine antibiotische Therapie in Erwägung zu ziehen.

Traumatische Ursachen: Bei Zahnfleischrückgang infolge einer falschen Putztechnik oder einer zu harten Zahnbürste beraten wir Sie in der Zahnarztpraxis Kossel in Magdeburg ausführlich, wie Sie Ihre tägliche Zahnreinigung optimieren können. Im Falle von Piercings im Mundbereich, welche das Zahnfleisch schädigen, ist eine Entfernung der Fremdkörper meist unumgänglich.

Bruxismus: Auch Zähneknirschen kann das Zahnfleisch stark beanspruchen und zu Zahnfleischrückgang führen. Durch eine individuell angepasste Aufbissschiene lässt sich dieses Problem leicht beheben.

Sonstige Ursachen/Risikofaktoren: Das Risiko für eine Parodontitis ist bei Rauchern, Diabetikern und Schwangeren deutlich erhöht. Bei diesen Patientengruppen sind regelmäßige zahnärztliche Kontrollen essenziell, um der Zahnfleischerkrankung vorzubeugen bzw. eine Früherkennung zu ermöglich. Nutzen Sie unser praktisches Recall-System in Magdeburg.

Ablauf einer Parodontosebehandlung

1. Professionelle Zahnreinigung:

  • je nach Mundhygienestatus: Demonstration und Motivation zur täglichen Zahnreinigung
  • ggf. Spülung der Mundhöhle mit antibakterieller Chlorhexidin-Lösung
  • Entfernung weicher und harter Zahnbeläge (Zahnstein) mittels spezieller Instrumente
  • Polieren und Glätten der Zahnoberflächen
  • abschließende Behandlung mit fluoridhaltigem Lack/Gel

2. Subgingivales Scaling und Wurzelglättung (Rootplanning):

  • örtliche Betäubung
  • Entfernung bakterieller Plaques und fester Konkremente unterhalb des Zahnfleischsaumes
  • Ultraschall- oder Piezo-Scaling
  • Glätten der erreichbaren Zahnhälse/Zahnwurzeln

3. Offen-chirurgische Behandlung: Diese Therapieoption ist nur dann indiziert, wenn die Optimierung der Mundhygiene sowie die konservative, geschlossene Behandlung keine Erfolge zeigen.

  • Lokalanästhesie
  • kleiner Einschnitt und Zurückklappen des entzündeten Zahnfleisches
  • sorgfältige Reinigung und Glättung der freigelegten Wurzeloberfläche
  • Vernähen des Zahnfleisches

Neue, innovative Therapieoptionen (Privatleistungen): - GTR = "Guided Tissue Regeneration": Einlage einer biologisch abbaubaren, netzähnlichen Folie zwischen Zahn und Zahnfleisch zur Unterstützung des Knochenaufbaus und Regeneration des Zahnhalteapparates - intraoperatives Auftragen von Schmelz-Matrix-Protein (Emdogain) auf die gereinigte Wurzeloberfläche zur schnelleren Regeneration des Zahnhalteapparates.
4. Nachsorge:

  • Regelmäßige Kontrolltermine nach der Zahnfleischbehandlung
  • Erneute Beurteilung der Mundhygiene sowie des Parodontalstatus
  • bei Bedarf Zahnreinigung und Entfernen von Belägen
  • Recallfrequenz für die Professionelle Zahnreinigung: bis zu 4-mal jährlich
  • ggf. UPT (unterstützende Parodontitis-Therapie): Nachmessen der Zahnfleischtaschentiefe
  • weitere therapeutische Maßnahmen je nach Befund

Was ist nach der Zahnfleischbehandlung zu beachten?

  • Achten Sie auf eine gründliche Zahnreinigung inklusive der Verwendung von Zahnseide in den Zwischenräumen.
  • Spülen Sie Ihren Mund dreimal täglich mit einer Chlorhexidin-Lösung, um das erneute Bakterienwachstum zu stoppen.
  • Leichtes Zahnfleischbluten beim Zähneputzen ist im Anschluss an die Parodontosebehandlung nicht ungewöhnlich.
  • Nach einer chirurgischen Zahnfleischbehandlung können Schmerzen auftreten, die mit Ibuprofen gut zu lindern sind.

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